Bewusstseins-Motivations-Coaching

Weihnachten 2022.

 

Hallo ihr Lieben,

es ist wieder Weihnachtszeit und damit auch die Zeit der Wünsche, Märchen und Wunder. Und gerade in dieser schwierigen Zeit, brauchen wir, diese Welt der Wünsche und Wunder mehr denn je. Denn in jedem Wunsch, schwingt die Hoffnung der Erfüllung mit. Es ist so wichtig, dass wir uns bewusst machen, dass Hoffnung ein so wichtiger Bestandteil unseres Lebens ist. Denn was wären wir ohne Hoffnung?
Ohne die Hoffnung auf Wunder und die Erfüllung unserer Wünsche?

Mathildas Wunsch

Mathilda ist eine Gans, die mit vielen anderen Gänsen auf einem Hof lebt.
Sie hat Teile mitgehört, was ihre Zukunft betrifft. So wie sie es aufschnappte, gibt es ein Sankt Martinsfest und ein wunderschönes Weihnachtsfest mit geschmücktem Weihnachtsbaum und Lichterglanz. Ein paar Tage vor Sankt Martin und vor Weihnachten, kommen Menschen, die über die Wiese laufen und sich eine Gans aussuchen, die dann eine Marke bekommt. Die markierten Gänse werden ein paar Tage später gefangen, kommen in einen kleinen Transportkäfig und werden weggebracht.

Mathilda ist fest überzeugt, dass diese Gänse bei den Familien dann Sankt Martin oder das Weihnachtsfest mitfeiern dürfen.
Mathilda möchte lieber bei Weihnachten dabei sein, deshalb hat sie einen Plan. Bevor die Menschen zu Sankt Martin kommen, suhlt sie sich im Schlamm, so dass ihre Federn richtig schmutzig und schäbig aussehen, außerdem watschelt sie als wäre sie betrunken und lässt den Kopf leicht nach rechts hängen.
Mathilda hat es geschafft, alle sind weg, jetzt kann sie sich wieder richtig rausputzen, um an dem Weihnachtsfest im schönsten Glanze teilzuhaben.
Es ist soweit, der einundzwanzigste Dezember ist da. Die ersten Menschen befinden sich auf dem Hof. Mathilda hat sich wie sonst keine ihrer Artgenossinnen zurechtgemacht. Und wie sich sehr schnell herausstellte, haben sich ihre Bemühungen gelohnt. Sie wurde ausgesucht, bekam eine Marke und war die glücklichste Gans auf dem Hof. Seit sie von dem Weihnachtsfest gehört hatte, war es ihr größter Wunsch einmal daran teilzuhaben. Und jetzt war es soweit, sie durfte Teil eines Weihnachtsfests sein.

Zwei Tage später wurde sie abgeholt. Man musste sie gar nicht fangen. Mathilda lief freudig auf den Käfig zu, schlüpfte schnell hinein und war voller Vorfreude, auf das was sie erwartete.
Sie parkten vor einem Haus, Mathilda erblickte durch ihren Käfig wie sie durch ein Tor in einen kleinen Garten gingen. Das sah nicht gerade nach viel Auslauf aus, aber egal Hauptsache sie durfte Weihnachten mitfeiern. Der Mann stellte den Käfig ab und rief, fröhlich zu seiner Frau: „Das Festessen ist da!“
„Festessen?“, Mathilda wunderte sich. „Was meinte er damit? Er hatte doch unterwegs gar nichts weiter besorgt, und im Auto lag auch sonst nichts rum?“
Während Mathilda noch darüber nachdachte, kam auch schon die Frau des Hauses heraus und ermahnte ihren Mann, dass nicht so herumzuschreien denn Lisa solle es nicht mitbekommen. Sie sagte zu Ihm: „Du weißt hoffentlich noch, was es letzten Heiligabend nach dem Essen für ein Geschrei gab.“ Der Mann nickte stellte Mathilda ab und setzte sie in ein kleines für sie errichtetes Gehege. Mathilda wollte ja nicht undankbar sein, aber sie empfand das Gehege schon sehr winzig. Sie dachte: „Wenn ich länger hier bleiben soll, brauche ich schon etwas mehr Platz.“  Gerade während sie sich noch darüber Gedanken machte, kam Lisa die Tochter, aus dem Haus gerannt.
Ihre ersten Worte waren: „Oh was für eine wunderschöne Gans! Wie heißt sie?“ Der Vater von Lisa antwortete etwas zögerlich: „Auf der Marke stand Mathilda.“ „Oh was für ein schöner Name und er passt so gut zu ihr. Findet ihr nicht auch?“ Die kleine Lisa knuddelte sie und streichelte über ihre Federn. Mathilda war überwältigt von so viel Zuneigung.

Doch plötzlich unterbrach Lisa und schaute ihre Eltern mit sehr ernstem Blick an. „Ihr werdet sie doch nicht auch schlachten und Mathilda morgen als Festtagsessen servieren?“, Lisas Worte kamen hart und voller Empörung. Die Mutter wollte Lisa beruhigen, doch Lisa rannte, mit den Worten: „Ich hasse euch!“, ins Haus. Von drinnen hörte man noch Türen knallen. „Na super!“, murmelte der Vater, während er und seine Frau Lisa folgten.
Mathilda war wie erstarrt: “Schlachten? Festtagsessen? Ich?“…
In ihrem kleinen Kopf breitete sich Chaos aus. Sie dachte darüber nach wie grausam doch Menschen sein können. „Erst behandeln sie einem ganz lieb, um einen dann zu schlachten? Ist dies auch mit den ganzen anderen Gänsen passiert, die abgeholt wurden? Lebe ich dann zu Heiligabend gar nicht mehr? Kein Lichterglanz und Festtagszauber?“
Mathilda ist am Boden zerstört. Sie legt sich in das für sie ausgebreitete Heu und grübelt darüber nach, wie dumm und unüberlegt ihr Wunsch doch war. Jetzt konnte ihr nur noch ein Wunder helfen.

Und das Wunder kam in der Nacht, in Form der siebenjährigen Lisa. Lisa wollte dieses Jahr nicht wieder zulassen, dass eine Gans nur zum Essen geschlachtet wurde. Das ist ihr letztes Jahr passiert. Da war sie auch erst sechs und noch unerfahren. Dieses Jahr hatte sie sich vorgenommen dagegen etwas zu unternehmen. Sie beschloss mit Mathilda abzuhauen und sie an einen sicheren Ort zu bringen. Sie schnappte sich also Mathilda und rannte mit ihr los. Mathilda hielt ganz still. Sie hatte ziemlich schnell erkannt, dass es auch Menschen gab, die einem nicht gleich schlachten und essen wollen. Doch gerade als Lisa das Hoftor hinausrennen wollte. Wurde sie von ihrem Vater gestoppt. „Lisa was machst du denn da?“, rief er? „Mathilda retten, ich möchte nicht, dass ihr sie schlachtet!“ Der Vater holte sie schnell ein und hielt sie fest. Er bat sie wieder zurückzukommen, um darüber zu reden. Lisa gab nach und es folgte ein langes Gespräch.

Währenddessen verbrachte Mathilda wieder draußen in ihrem Gehege und betete um ein Wunder. Es war gar nicht mehr wichtig bei dem Fest dabei zu sein, sie wollte einfach nur noch ein wenig länger leben. Während sie wartete, was jetzt wohl geschieht, viel ihr auf, wie schnell sich Wünsche verändern können. Wünschte sie sich noch vor kurzem voller Glanz an einem Weihnachtsfest teil zu nehmen, besteht ihr Wunsch jetzt nur noch darin zu überleben, ganz gleich unter welchen Umständen, auch in dem winzig kleinen Gehege. Nach all der Aufregung schlief Mathilda dann auch irgendwann ein.
Am nächsten Morgen wurde sie von Lisas Vater geweckt. „Gutenmorgen Mathilda, du darfst mit uns Weihnachten feiern.“
Mathilda dachte: „Ja klar, als Festtagsbraten. Danke dafür! Naja, Lisa hats wenigstens versucht. Bestimmt hat sie ein tolles schönes Geschenk versprochen bekommen, wenn sie zu lässt, dass es mich zum Essen gibt.“

Noch kurioser fand Mathilda, dass sie gewaschen und getrocknet wurde. Sie überlegte wozu, dass denn nötig ist, wo sie ihr doch bald eh die Federn vom Leib zupfen. Dann bekam sie auch noch eine rote Schleife um. „Super!“, dachte Mathilda: „Jetzt brauchen die auch noch eine rote Schleife, dass sie wissen, wo sie mit dem Hackebeil zuschlagen müssen.“
Die sonst immer positive Mathilda die nur das Schöne und Gute sah, war nun in ihrem Leben so endtäuscht worden, dass sie in jeder Handlung nur noch ihren Untergang sah. Jeder Hoffnungsschimmer war verflogen. Sie ergab sich einfach ihrem Schicksal. Es wunderte sie nur, dass es jetzt schon bald Abend war und sie immer noch lebte.
Kurz vor der Bescherung wurde sie in einen großen bunten Karton gepackt, der mit kleinen Löchern versehen war.

Mathilda war jetzt vollkommen irritiert. Nach einer gefühlten Ewigkeit machte sich jemand an ihrem Karton zu schaffen. Als der Deckel aufging blickte sie in Lisas verweintes und gleichzeitig überraschtes Gesicht. Lisa nahm sie heraus und knuddelte sie. „Ehrlich darf ich Mathilda behalten?“, rief Lisa. „Aber nur wenn du dich immer gut um sie kümmerst.“, antworteten ihre Eltern. Ihre Mutter fügte noch hinzu, dass sie jetzt nicht nur für Mathilda sorgen muss, sondern sie auch die Verantwortung für ihr Leben hat.

Mathilda begriff erst jetzt was los war. Es geschah nicht nur ein Wunder, dass sie am Leben hielt, ihr Wunsch an dem Weihnachtsfest teilzuhaben ging auch in Erfüllung.
Für Mathilda war es das Beste, was ihr in ihrem Leben passierte. Obwohl sie danach noch ein langes schönes Leben bei Lisa hatte. Sie baute ihr sogar noch ein größeres Gehege, soweit es der Garten zu lies, aber, dass war für Mathilda gar nicht mehr so wichtig. Ihr Wunsch ging in Erfüllung. Sie erlebte den schönsten Abend ihres Lebens, der nur von Opas Bemerkung: „Die Gans gehört auf den Tisch!“, für einen kurzen Moment getrübt wurde.

Mathilda überlegte was für ein Glück ihr doch widerfahren ist. Wie sie die Hoffnung schon verloren hatte, um dann doch ein Wunder zu erleben. Und dass sich Wünsche, auch wenn man sich Hoffnungslos verloren glaubt, doch noch erfüllen können.

Wie wir an der Geschichte sehen können, haben manche Wünsche einen seltsamen Weg bevor sie sich erfüllen. Auch braucht es manchesmal ein kleines Wunder. Deshalb sind die Hoffnung und der Glaube daran so wichtig. Denn nur Hoffnung und der Glaube, dass alles noch gut werden kann, gibt uns die Kraft weiterzumachen.

Ich wünsche euch für dieses Weihnachten und das Jahr 2023,

dass ihr nie, wie Mathilda in eine Lage kommt, die euch jeglicher Hoffnung beraubt.
Aber wenn doch, dann möge jemand wie Lisa in euer Leben kommen, die Wunder geschehen lässt, und dafür sorgt, dass sich Wünsche erfüllen.

Fröhliche, harmonische Feiertage und ein Jahr 2023 voller Wunder

Petra Glas

 

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